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Nachdenken über Philosophie

Denkt man über Philosophie nach, so denkt man zugleich auch über den Menschen, seine Umwelt und seine Fähigkeiten nach. Man fragt: Wer oder was ist der Mensch? Diese ist eine der vier großen Fragen der Philosophie nach Immanuel Kant:

  • Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)
  • Was ist der Mensch? (Anthropologie)
  • Was soll ich tun? (Praktische Philosophie/ Werte und Normen)
  • Was kann ich glauben? (Theologische Philosophie)

Nachdenken als Lebens- und Unterrichtsprinzip

Die Fachgruppe Philosophie/Werte und Normen betrachtet den Menschen als ein Wesen, das Denken, Fühlen und Bewerten kann (im Sinne von Meinungen äußern). Auf diese Fähigkeit baut auch der Unterricht in beiden Fächern auf. In einem offenen Denk- und Sprachprozess sollen theoretische UND praktische Problemstellungen aus allen Lebens- und Wissenschaftsbereichen analysiert und diskutiert werden.

Was ist Philosophie?

Wir versuchen demnach das Philosophieren im Rahmen des Schulleitbildes des Gymnasiums Mellendorf zu verwirklichen: „Persönlichkeit entwickeln – Gemeinschaft stärken – Demokratie leben!“

Was ist Philosophie?

Doch was ist nun DIE Philosophie und welche Rollen spielen dabei die sogenannten Werte und Normen? Das Philosophieverständnis der Fachgruppe orientiert sich an der Beschreibung von Philosophie des Philosophen und Psychologen Karl Jaspers:

  • Suche nach der Wahrheit/mehr Erkenntnis
  • Suche als aktiver Prozess
  • Ursprung der Philosophie ist Neugier und Staunen. Man wundert sich über Alltägliches, stellt Fragen und will Antworten suchen.
  • Wille zum Gespräch, zur Mitteilung von Gedanken, zur Kommunikation mit sich selbst und anderen
  • Ziel von Philosophie: Selbstvergewisserung, Bewusstwerden der eigenen Identität, Vollendung zur Ruhe, Entdeckung der Langsamkeit

Das Fach Werte und Normen hebt sich insofern von der Philosophie ab, als es eine Teildisziplin darstellt, in der besonders nach der praktischen Seite von Philosophie gefragt wird. Besonders ethische Probleme werden auf dem Hintergrund der menschlichen Existenz aufgeworfen und diskutiert.

Warum man philosophieren sollte

Damit eine Antwort auf diese Frage nicht zu theoretisch ausfällt, soll an dieser Stelle der Schüler Jesse Bertram aus Bissendorf zu Wort kommen. Im Rahmen des jährlichen Redewettbewerbs (in der Jgst. 10) hat er zu der Frage „Warum man Philosophien sollte?“einen Beitrag verfasst und vorgetragen:

Ich blogge, also bin ich? / Neue Medien

Um dem Aspekt der Kommunikation und dem Austausch über philosophische Themen Rechnung zu tragen, initiierte vor einiger Zeit Hr. Heim einen WebBlog (Muckrakers). Dort finden sich viele Informationen zu den im Unterricht besprochenen Themen, zu Essaywettbewerben und zu weiterführender Literatur. Diese Plattform dient außerdem als Plattform für die entsprechenden Philosophiekurse.

http://muck-rakers.blogspot.com/
Unterrichtsangebot und Lehrkräfte

Werte und Normen: Jahrgänge 5 bis 12, kein Prüfungsfach

Philosophie: Jahrgänge 10 bis 12, Prüfungsfach

Es ist zu beachten, dass das Fach Philosophie nur dann als Prüfungsfach im Abitur gewählt werden kann, wenn es in der Einführungsphase (Jgst. 10) mindestens eine halbes Jahr belegt wurde. In der Oberstufe steht Philosophie gleichberechtigt neben den Fächern Religion und Werte und Normen. Es kann statt dieser beiden Fächer belegt werden.

Es gibt immer wieder das Problem, dass SchülerInnen zwischen einzelnen Fächern wechseln wollen. Hier gilt folgende Regel: Ein Wechsel ist immer nur am Anfang eines neuen Schuljahres möglich. Soll aus Gewissensgründen ein Wechsel während eines Schuljahres erfolgen, so ist ein schriftlicher Antrag an den entsprechenden aktuellen Fachlehrer bzw. die Schulleitung zu formulieren.

Die Fachgruppe Philosophie/Werte und Normen besteht aus folgenden KollegInnen:

Herr Heim, Herr von Rappard, Frau Sauerbrei, Frau Lempard, Frau Pobloth, Frau Jung

Herr Wilhelm Heim ist Fachobmann (w.heim<AT>gym-mellendorf.de)

Projekte/Humanitäre Schule

Damit die praktische Seite von Philosophie nicht zu kurz kommt, engagierten sich seit einigen Jahren SchülerInnen und die Fachgruppe im Rahmen des Projekts „Humanitäre Schule“, die vom Jugendrotkreuz Niedersachsen gestartet wurde. Bereits zum dritten Mal wird das Gymnasium in diesem Jahr die Zertifizierung als ‚Humanitäre Schule‘ erhalten.

In diesem Projekt spielen Schüler einen fiktiven internationalen Konflikt zwischen zwei afrikanischen Ländern mittels des Planspiels „Outface“ nach, in dem es um Menschrechte, Waffenhandel, Rohstoffe und Kindersoldaten geht. Die Schüler setzen sich mit der Lösung und Entschärfung von Konflikten auseinander. Einen kleinen Eindruck gibt der Kurzfilm aus dem Jahre 2007 von Niko Nikolaidis. An das Planspiel schließt sich ein konkretes soziales Projekt an. So konnte zuletzt im Rahmen einer Kunstausstellung mit dem Haus Schwanenwik in Wedemark ein Zusammenarbeit angebahnt werden.

Aus dem Unterricht

Gott – eine gute Idee? …

Ein spannende Frage, nicht nur für die SchülerInnen des jahrgangsübergreifenden Philosophiekurses von Herrn Heim, sondern auch für Pastor Brodermanns (Mellendorf und Hellendorf), der von Herrn Heim in den Unterricht eingeladen wurde, um mit den Schülern darüber zu diskutieren.
Herr Brodermanns berichtete über seinen Werdegang, persönliche Erlebnisse im und mit seinem Glauben und konnte viele Vorbehalte gegenüber dem Glauben entkräften. So glaubt er weder an eine Hölle noch daran, dass die Schöpfungsgeschichte eine naturwissenschaftliche Erklärung über die Entstehung der Welt ist. Diese Geschichte betrachtet er als einen Mythos, der vielen Menschen Halt und Orientierung gibt
Unvorstellbar schien den SchülerInnen zunächst das Konstrukt des Glaubens. Man könne doch nicht an etwas glauben, was nicht bewiesen werden könne. In der Diskussion erörterte Herr Brodermanns, dass es um einen rationalen Nachweis nicht gehe. Als Stichwort nannte er die Formulierung „existentielles Vertrauen“. Nach ihm sei der Glauben zwar eine persönliche Angelegenheit, aber nie ausschließlich privat: Ein christlicher Mensch habe danach nicht nur Verantwortung für sich selbst sondern auch für seine Mitmenschen und seine Umwelt.
Auf die Frage, wie er zu Atheisten stehe, entgegnete der Pastor, dass er atheistische Menschen respektiere und ernst nehme, ja sogar gern mit ihnen diskutiere, dass er aber mit Menschen aus der eigenen Kirche mehr hadere, die die Welt aus einer extremen Position heraus erklären wollen. Für ihn bietet der Glauben, die Welt und das Leben mehr Nuancen als reines Schwarz-weiß-denken.

HEM

Stand Februar 2012, HEM

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Aktuelles

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Am 15.03. fand im Lichthof der Leibniz-Universität Hannover die diesjährige Roberta-Challenge statt. Die GM Schülerteams mit ihrem Coach Martin Reuß belegten Platz zwei und Platz elf in der Senior-Klasse.

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